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Von der Herzenskommunion bis zum Gebetsnetzwerk: Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler wartet mit neuen Angeboten auf

 

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. In der Corona-Krise suchen die Menschen verstärkt die Nähe zu Gott. Das zeigt sich besonders in den Abendstunden. Wenn zumeist täglich um 19:30 Uhr die Glocken der Kirchen als Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen läuten und die Dunkelheit einbricht, werden in vielen Häusern Kerzen entzündet und auf den Fensterbänken aufgestellt. Es ist die Zeit des Gebetsnetzwerks. „Wir beten für sie – mit Ihnen!“ lautet der Tenor der Aktion. Allabendlich wird in einer der Kirchen der Stadt für ein besonderes Anliegen gebetet. Das Gebet beginnt jeweils um 19 Uhr und endet um 19.30 Uhr mit dem „Vater Unser“ zum Glockengeläut in der ganzen Stadt.

 

Die Menschen zuhause werden zum Mitbeten angeregt. Gebetet wird da zum Beispiel für die, die krank sind und sich infiziert haben oder für die Schülerinnen und Schüler in ihren Familien und die Lehrerinnen und Lehrer unter den veränderten Lernbedingungen. Die Gebete und Impulse werden auf den Homepages und in den sozialen Netzwerken der Pfarreiengemeinschaft veröffentlicht.

 

Die „Geistige Kommunion“ ist in Zeiten, in denen die Gläubigen nicht an der Eucharistiefeier teilnehmen können, eine Alternative, der die Seelsorger in Pfarreiengemeinschaft bereits die Bezeichnungen „Augenkommunion“ oder „Herzenskommunion“ gegeben haben. Die Messen fallen aus. Priester feiern alleine, in menschenleeren Kirchen Gottesdienst.  Liveübertragungen aus Kirchen und Domen laden ein, von zuhause aus mitzufeiern und virtuell Gemeinschaft zu bilden. Aber der Wert des eucharistischen Brotes, das seine Empfänger einbezieht ins Opfer Christi und die Getauften im Auferstandenen zu einem Leib macht, fehlt. „Eine wesentliche Komponente von Livestream-Gottesdiensten oder Fernsehgottesdiensten kann  hier der pastorale Schatz der Geistigen Kommunion sein“, so Diplom Theologin Beate Timpe aus der Kreisstadt.

 

Es ist keine Erfindung in Corona-Zeiten. Schon immer gab es Zeiten und Anlässe, in der die  Kirchenväter auf die geistige Begegnung mit dem Herrn verweisen. Und was ist das? Der Heilige Augustinus hat in seiner Predigt zum Johannesevangelium, den für die Entwicklung der „Geistigen Kommunion“ wichtigen Satz formuliert: „Warum bereitest du die Zähne und den Leib? Glaube, und du hast gegessen.“ Im Mittelalter sahen die Menschen den eucharistischen Jesus als den Gast der Seele an. Die gesteigerte Sensibilisierung des Sündenbewusstseins führte gerade in Zeiten von Kriegen, Pest und anderen Seuchen dazu, dass die Menschen sich den Eucharistieempfang verwehrten. Sie empfingen die Eucharistie nur geistiger weise. In den Zeiten des Zweiten Weltkrieges machte Papst Pius XII. in seiner Enzyklika „Mediator Dei“ auf die „Begierdekommunion“ aufmerksam. Hier sollten diejenigen Christen, die die eucharistische Speise nicht leicht in Wirklichkeit empfangen konnten, sie wenigstens geistiger weise empfangen, durch lebendigen Glauben, ehrfürchtige Hingabe an den Willen des göttlichen Erlösers und sich ihm in inniger Liebe verbinden.

 

Auch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird die Praxis der geistigen Kommunion empfohlen. Besonders dann, wenn Gläubige durch Verfolgung oder durch Mangel an Priestern über kürzere oder längere Zeit der Eucharistie entbehren müssen.  So zeigt die Geschichte der Kirche Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen, sei es durch Krankheit oder Gebrechlichkeit, durch Ausgangsbeschränkung oder durch das Verbot von Gottesdiensten zur Minderung der Verbreitung des Virus, nicht das Sakrament empfangen können, in der „Geistigen Kommunion“ Trost  und Hoffnung erfahren.

 

[Presseinfo des Dekanats Bad Neuenahr-Ahrweiler]

 

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